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Taunus

Sehenswürdigkeiten im Taunus

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Kultur & Sagen

Taunus-Sagen rund um Limes und Burgruinen

Der Taunus ist alt besiedeltes Land, und entsprechend ranken sich um seine markanten Punkte zahlreiche Geschichten. Am bekanntesten ist die Sage um den Brunhildisfelsen am Feldberg. Der Felsen wurde bereits 1043 urkundlich als lectulus Brunhildae erwähnt, übersetzt etwa „Brunhildenbett". Sprachlich bedeutete der Name ursprünglich wohl schlicht „hoher Felsen"; diese Bedeutung ging im Mittelalter verloren und wurde durch die sagenhafte Gestalt der Brunhilde ersetzt.

Motorrad auf einer Landstraße durch ein grünes Tal
Landstraße durchs Tal

Der Sage nach verbindet sich der Brunhildisfelsen mit der Nibelungensage: Brünhild sei hier einst in Schlaf gefallen und von dem Recken Siegfried geweckt worden. Die Vorstellung, dass die schlafende Frau an einem Felsen lag und auf ihre Erlösung wartete, bis der „große Recke Siegfried" kam, passt allerdings nicht sauber in das Schema des Nibelungenlieds — ein schönes Beispiel dafür, wie sich Sage und literarische Vorlage über die Jahrhunderte vermischen.

Es gibt weitere Deutungen des Namens. Einer Überlieferung zufolge soll sich der Brunhildstein auf die grausame fränkische Königin Brunichild beziehen, die Gemahlin des austrasischen Königs Sigibert, die 613 für ihre Untaten hingerichtet wurde. Einer anderen, frommen Legende nach soll die heilige Hildegard von Bingen zum Feldberg gepilgert sein und am Brunhildstein gebetet haben; der Sage nach wurde der Stein, als sie darauf schlief, auf wundersame Weise zu einem weichen Lager und behielt den Abdruck ihres Kopfes. Welche Deutung man auch bevorzugt — sicher belegt ist keine, und so bleibt der Felsen vor allem ein Ort, an dem sich Geschichte, Sprachwandel und Volksglaube überlagern.

Der Feldberg war über die mündlich überlieferten Sagen hinaus auch ein Ort der jüngeren Geschichte. Ernst Moritz Arndt organisierte hier 1814, nach der Völkerschlacht bei Leipzig, ein patriotisches Fest; später wurde im Geiste des „Turnvaters" Jahn das sogenannte Feldbergturnen auf der Höhe betrieben. Solche Episoden zeigen, dass der Gipfel lange vor den Motorrädern ein Anziehungspunkt war — als Versammlungsort, Wallfahrtsziel und Projektionsfläche für Mythen. Wer am Brunhildisfelsen oder auf dem Plateau Pause macht, steht damit an einem Platz mit rund tausend Jahren schriftlicher Überlieferung.

Sehenswert

Römer, Kur & Geschichte: lohnende Stopps für Regentage

Wenn der Feldberg im Nebel verschwindet oder Dauerregen die Höhenstraßen unattraktiv macht, hält der Taunus eine ganze Reihe wettersicherer Ziele bereit. Allen voran das bereits erwähnte Römerkastell Saalburg. Das Museum führt die römische Vergangenheit der Region greifbar vor: Die umfangreiche Sammlung römischer Funde ist im rekonstruierten Getreidespeicher (Horreum), im Stabsgebäude (Principia) und in der Werkstatt (Fabrica) untergebracht, das Stabsgebäude besitzt eine große Eingangshalle. Große Teile der Anlage sind überdacht und bei jedem Wetter begehbar – damit trägt die Saalburg auch einen verregneten Nachmittag.

Den größeren Zusammenhang liefert der Limes selbst. Der Obergermanisch-Raetische Limes war die befestigte Grenze des Römischen Reiches zu den germanischen Gebieten; entlang seines Verlaufs lagen Kastelle wie die Saalburg, Wachtürme und Palisaden. Reste dieser Grenzanlage durchziehen den Taunus bis heute, etwa als Pfahlgraben in den Wäldern rund um den Feldberg. Der Limes ist gemeinsam mit der Saalburg seit 2005 UNESCO-Welterbe und gibt vielen Touren im Taunus eine historische Klammer.

Ein zweiter großer Themenkomplex ist die Kur- und Spielbankgeschichte der Region. Bad Homburg entwickelte sich im 19. Jahrhundert zur mondänen Kurstadt, nachdem die ersten Heilquellen entdeckt worden waren. Ein zentraler Baustein der Planungen war die Spielbank, mit der man Geld- und Erbadel anlocken wollte. Sie wurde im Mai 1841 von François Blanc und seinem Bruder gegründet; Blanc verhalf später dem Casino von Monte-Carlo zu seiner ersten Blüte, weshalb sich Bad Homburg als „Mutter des Monte-Carlo-Casinos" bezeichnet. Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski bereiste zwischen 1863 und 1867 mehrfach die Spielbanken von Bad Homburg, Wiesbaden und Baden-Baden — seine fiktive Stadt „Roulettenburg" nahm Anleihen bei diesen Orten, und Wiesbaden wie Bad Homburg streiten bis heute, welcher Ort dem Roman näher stand.

Auch Wiesbaden, am Südwestrand des Taunus, ist über die Kurgeschichte eng mit der Region verbunden und zählt zu den ältesten Kurbädern Europas. Schon 77 n. Chr. beschrieb Plinius der Ältere die heißen Quellen; die Stadt verfügt über insgesamt 26 heiße Quellen. Die bekannteste ist der Kochbrunnen, 1366 erstmals als „Brühborn" erwähnt — eine 66 °C heiße Natriumchlorid-Therme, die rund 346 Liter Heilwasser pro Minute liefert und im 19. Jahrhundert Zentrum der Wiesbadener Trinkkur war. Die Spielbank Wiesbaden befand sich ab 1810 im alten Kurhaus; das heutige Kurhaus beherbergt Festsäle, Gastronomie und die Spielbank. Für eine Schlechtwetter-Etappe lassen sich Kurpark, Kochbrunnen und Kurhaus gut zu Fuß verbinden.

Auch der schon genannte Hessenpark bei Neu-Anspach trägt einen nassen Tag. Viele der historischen Fachwerkhäuser sind begehbar und überdacht, sodass man sich bei wechselhaftem Wetter immer wieder unterstellen kann. In der Hauptsaison von März bis Oktober ist täglich geöffnet, und man kann Handwerkern und Bauern bei der Arbeit zusehen, Museumstheater erleben und wechselnde Ausstellungen besuchen. Mit Sinn für Geschichte und altes Handwerk verbringt man hier mehrere Stunden, ohne dass schlechtes Wetter die Tour verdirbt.

Steilrampe und Hochfläche: zwei Fahrweisen im selben Gebirge

Im Taunus fährt man an einem Tag zwei sehr unterschiedliche Reviere. Am Feldbergmassiv und an den Hängen darunter sind die Straßen kurz, steil und eng. Radien wechseln schnell, viele Kurven sind von Hochwald gesäumt, der Blick reicht selten über die nächste Kehre hinaus. Gefahren wird dort mit niedrigen Gängen, viel Motorbremse und der Bereitschaft, jederzeit auf halbe Sicht anzuhalten — an den Waldparkplätzen entlang der Auffahrten rangieren ständig Autos, und Wanderer queren dort, wo kein Übergang markiert ist.

Nördlich des Kamms, im Hintertaunus, ändert sich das Fahren grundlegend. Das Usinger Land und die Idsteiner Senke sind Hochflächen mit Feldern statt Wald, die Straßen ziehen von Dorf zu Dorf, Kuppen und lange Bögen bestimmen den Rhythmus. Statt Kehrenarbeit steht hier Übersicht im Vordergrund: mittlere Gänge, gleichmäßiges Tempo, weite Blicklinien über die Feldflur. Zwei Dinge fallen dort stärker ins Gewicht als am Hang — Seitenwind auf den offenen Hochflächen und Landwirtschaftsverkehr, der in der Erntezeit Erde und Häckselgut auf die Fahrbahn trägt, meist an Feldeinfahrten und in Ortseingängen.

Zwischen beiden Welten liegen oft nur zehn Kilometer. Genau daraus entsteht der Reiz einer Taunusrunde: Bleibt man den ganzen Tag auf dem Massiv, fährt man dieselben zwei Dutzend Kurven mehrfach und teilt sie mit allen anderen. Wer über den Kamm hinaus in den Hintertaunus fährt, bekommt Strecke, Fluss und deutlich weniger Verkehr — und kommt über eine andere Rampe wieder herunter.

  • Hochtaunus: kurze Rampen, enge Radien, Waldschatten, Fußgänger- und Parkplatzverkehr, spät abtrocknende Fahrbahn.
  • Hintertaunus: lange Bögen, offene Hochfläche, Wind, Ackerschmutz, Ortsdurchfahrten im Minutentakt.
  • Übergänge: die Kammquerungen — genau dort liegen die fahrerisch interessantesten Abschnitte, weil sich Gefälle, Wald und Öffnung auf wenigen Kilometern abwechseln.

Der Limes als Querachse in einem radialen Straßennetz

Das Straßennetz rund um den Taunus ist sternförmig auf die Ebene ausgerichtet. Fast alle größeren Verbindungen führen aus dem Rhein-Main-Raum heraus nach Norden oder Nordwesten — quer dazu wird es schnell dünn. Die eine große Ausnahme ist die Linie, die schon die Römer gezogen haben: Der Obergermanisch-Raetische Limes läuft schräg über die Höhen des Taunus, und ein guter Teil der heutigen Land- und Kreisstraßen folgt derselben Höhenlinie, weil sie topografisch die vernünftigste ist.

Für die Tourenplanung ist das der wichtigste Kniff im Revier. Statt sternförmig hinauf- und wieder hinunterzufahren, lässt sich das Gebirge entlang dieser Achse längs durchfahren: von den Höhen über Taunusstein beim Kastell Zugmantel über die Kammlagen am Kleinen Feldberg bis in die Vorhöhen zur Wetterau, wo mit der Kapersburg ein weiteres Kastell direkt am Weg liegt. Die Deutsche Limesstraße ist als touristische Route ausgeschildert und lässt sich streckenweise als Leitfaden nutzen, ohne dass man sie sklavisch abfährt.

Sichtbar ist von der römischen Grenze im Wald vor allem der Pfahlgraben: ein flacher Wall mit vorgelagertem Graben, der über Kilometer neben oder unter der heutigen Straße verläuft. Wer die Achse als Rückgrat nimmt und die kurzen Rampen von Süden nur als Zu- und Abstiege nutzt, fährt im Taunus deutlich abwechslungsreicher als auf der klassischen Auf-und-ab-Runde.

Millionenstadt am Gebirgsfuß: was der Ballungsraum mit dem Fahren macht

Kaum ein deutsches Mittelgebirge liegt so dicht an so vielen Menschen. Der Südrand des Taunus grenzt unmittelbar an das Siedlungsband von Frankfurt, Wiesbaden und den Main-Taunus-Vororten, und dieselben Straßen, die am Sonntag Ausflugsstrecken sind, sind am Montagmorgen Pendlerachsen. Das prägt das Fahren mehr als jede Kurvengeometrie.

An sonnigen Wochenenden setzt der Verkehr früh ein und mischt sich: Motorräder, Ausflugsautos, Rennradgruppen in Verbänden, Wohnmobile auf dem Weg an die Aussichtspunkte, dazu voll belegte Wanderparkplätze mit rangierenden Fahrzeugen an unübersichtlichen Stellen. Überholen wird auf den Auffahrten zur Glückssache, und wer trotzdem drängelt, produziert genau die Situationen, aus denen die Unfallstatistik des Reviers besteht.

Der zweite Effekt der Stadtnähe ist der Lärmkonflikt. Anwohner in den Höhenorten und in den Ortsdurchfahrten am Hang wehren sich seit Jahren gegen den Wochenendverkehr, und die zuständigen Behörden haben darauf mit Tempolimits, Messstellen und mit zeitweiligen Sperrungen einzelner Höhenstraßen für Motorräder reagiert. Diese Maßnahmen sind an den Zufahrten beschildert und werden kontrolliert. Praktisch folgt daraus zweierlei: Erstens verschiebt sich der Verkehr an Sperrterminen auf die benachbarten Täler und Ortsdurchfahrten, die dann deutlich voller sind als sonst. Zweitens ist die Wochentagsfahrt im Taunus die bessere Variante und kein Kompromiss — dieselben Strecken, ein Bruchteil des Verkehrs und keine Debatte an der Absperrung.

Dazu kommt der Faktor Höhe. Auf den Kammlagen liegt im Winter länger Schnee als in der Ebene, entsprechend länger wird geräumt und gestreut. Im Frühjahr sammelt sich das Streugut in den schattigen Innenkurven der Nordhänge, während unten am Main längst trockener Asphalt liegt. Die ersten warmen Wochenenden des Jahres sind deshalb genau die, an denen die Auffahrten am rutschigsten und zugleich am vollsten sind.

Abstieg in die Reben: vom Kamm hinunter in den Rheingau

Nach Südwesten endet das Gebirge nicht in einer Ebene, sondern an einem Weinbaugebiet. Zwischen den Waldhöhen um Schlangenbad und dem Rhein liegt ein schmaler Streifen, in dem sich Landschaft, Klima und Straßencharakter innerhalb weniger Kilometer komplett wechseln: oben kühler Buchenwald, unten südexponierte Rebhänge über Kiedrich, Hallgarten, Johannisberg und Eltville.

Fahrerisch ist der Rheingau-Abstieg das Gegenteil der Feldberg-Rampen. Die Straßen sind schmal, oft ohne Mittelmarkierung, von Trockenmauern und Rebzeilen gesäumt und laufen in ständigen Richtungswechseln bergab. Sichthindernis ist hier nicht der Wald, sondern die Hangkante. Zwischen den Weinorten verzweigt sich das Netz in Wirtschaftswege, die für den Durchgangsverkehr gesperrt sind — wer stur der Navigationsanweisung folgt, landet regelmäßig vor einem solchen Verbot.

Ein eigenes Kapitel ist der Herbst. Während der Lese sind Traktoren mit Anhängern auf den engen Hangstraßen ständig unterwegs, sie halten an, wenden und hinterlassen feuchte Erde in den Kurven. Gleichzeitig ist das die Zeit, in der die Gegend am schönsten aussieht. Unten am Strom, zwischen Eltville, Oestrich-Winkel und Rüdesheim, wird das Fahren dann ruhig und flach, mit Blick auf den Fluss und die Schifffahrt; wer weiter will, setzt mit einer der Autofähren ans linke Rheinufer über. Als Kontrastprogramm zum Hochtaunus taugt die Etappe an jedem Tag, an dem oben Nebel steht — der Rheingau liegt klimatisch begünstigt und ist oft die freundlichere Hälfte einer Runde.

Nordseite: Weiltal, Aartal und die Lahn als Talgrenze

Die Nordabdachung des Taunus wird von zwei Tälern strukturiert, die beide in dieselbe Richtung führen. Die Weil entspringt in den Höhen am Feldbergmassiv und läuft nordwärts durch Weilrod und Weilmünster bis nach Weilburg an die Lahn. Die Straße bleibt lange am Wasser, wechselt zwischen Wiesengrund und engen Waldabschnitten und hat wenig Gefälle — das macht sie zur schnellsten Verbindung vom Kamm an die Lahn und zu einer der Strecken, auf denen Tempo und Konzentration schnell auseinanderlaufen.

Weiter westlich verläuft das Aartal parallel. Die Aar zieht von den Höhen bei Taunusstein über Bad Schwalbach und Hohenstein, wo eine große Burgruine über dem Tal steht, nordwärts zur Lahn bei Diez. Die stillgelegte Aartalbahn begleitet das Tal auf weiten Strecken; wo die alte Trasse die Straße kreuzt, sind Bahnübergänge und Brückenwiderlager teils noch vorhanden. Das Aartal ist enger und dunkler als das Weiltal, mit mehr Ortsdurchfahrten und entsprechend mehr Tempowechseln.

Beide Täler münden in die Lahn, die den Taunus nach Norden abgrenzt. Das Lahntal ist ein anderes Fahrerlebnis als alles im Gebirge selbst: ein tief eingeschnittenes, mäandrierendes Flusstal mit langen Bögen, Felswänden und Brücken, an dem Limburg mit dem Dom über der Altstadt, Weilburg auf seiner Flussschleife, Nassau und Bad Ems aufgereiht liegen. Die Strecke dort ist gut ausgebaut und wird entsprechend zügig gefahren, auch von Lkw. Interessanter für Motorradfahrer sind die kurzen, steilen Anstiege aus dem Tal zurück auf die Hochflächen — enge Serpentinenstücke, die auf wenigen Kilometern den Höhenunterschied überwinden und deutlich weniger befahren sind als die Talstraße.

Der Bäderrand: Kurorte als Start- und Zielpunkte

Entlang des Südhangs reiht sich eine Kette von Kur- und Badeorten: Wiesbaden mit seinen Thermalquellen, Schlangenbad, Bad Schwalbach, Bad Soden, Königstein, Kronberg und Bad Homburg, dazu Bad Camberg am Nordwestrand. Der Grund für diese Häufung ist geologisch: Am Südrand des Gebirges tritt entlang von Störungszonen mineralhaltiges und teils warmes Wasser aus, und die Hanglage gibt dem Streifen ein mildes, windgeschütztes Klima. Um Kronberg und Kelkheim wird deshalb Obstbau betrieben; die Kirschblüte setzt dort Wochen früher ein als auf den Höhen.

Für Motorradfahrer sind diese Orte praktisch die Schleuse ins Revier — und der Punkt, an dem man am meisten falsch machen kann. Die Kurbezirke sind flächendeckend verkehrsberuhigt, Tempo-30-Zonen sind die Regel, dazu kommen Kopfsteinpflaster, Einbahnstraßen und Parkraumbewirtschaftung. Motorräder werden dort nicht anders behandelt als Autos: Auf Gehweg oder in der Fußgängerzone abgestellt, kassiert man. Die größeren Parkhäuser am Ortsrand sind die unkomplizierte Lösung, von dort ist der jeweilige Kurpark in wenigen Minuten zu Fuß erreicht.

Der zweite Grund, die Bäderorte einzuplanen, ist Infrastruktur. Tankstellen, Werkstätten, Gastronomie und Übernachtung konzentrieren sich hier; oberhalb, auf den Höhen und im Hintertaunus, wird beides dünner, und die Öffnungszeiten richten sich nach dem Ausflugsverkehr. Wer eine lange Runde über Kamm, Hintertaunus und Lahn fährt, tankt am Südrand voll und plant den Rückweg so, dass er in einem dieser Orte endet, statt bei Dunkelheit über die Höhenstraßen zu fahren, wo Wildwechsel und feuchte Waldabschnitte zusammenkommen.

Großer Feldberg, Saalburg und die Burgen: die Ziele im Taunus

Der Große Feldberg ist mit rund 879 Metern die höchste Erhebung des Taunus und zugleich der höchste Punkt des gesamten Rheinischen Schiefergebirges. Vom Plateau aus reicht der Blick weit über das Rhein-Main-Gebiet. Markant ist der Funkturm: Der Fernmeldeturm auf dem Gipfel gehört zu den ältesten Fernsehtürmen Deutschlands, der Bau der Sendeanlage begann bereits im Oktober 1937. Im März 1945 wurde der Turm durch Bombenangriffe schwer beschädigt und ab 1950 wieder aufgebaut. Auf dem Plateau finden sich neben der Sendeanlage ein Aussichtsturm, die Greifvogelstation Falkenhof, eine Bergwacht-Station, ein Spielplatz, ein Gasthaus sowie zwei Kioske. Genau diese Mischung aus Aussicht, Einkehr und kurviger Auffahrt macht den Feldberg zum klassischen Biker-Treff der Region. Wichtig zu wissen: Das Motorrad-Parken am Feldberghaus ist seit April 2025 kostenpflichtig. Die Parkgebühr gehört damit in die Tagesplanung, und an vollen Tagen ist der Parkraum oben ohnehin knapp.

Ein kulturhistorisches Schwergewicht ist die Saalburg bei Bad Homburg. Das rekonstruierte Römerkastell liegt am Obergermanisch-Raetischen Limes und ist seit 2005 gemeinsam mit dem Limes UNESCO-Welterbe. Die Saalburg gilt als das am besten erforschte und am vollständigsten wiederaufgebaute Kastell des Limes; der Wiederaufbau erfolgte um 1900 auf Initiative Kaiser Wilhelms II. Heute ist die Anlage Teil des Archäologischen Landesmuseums Hessen mit Museum, archäologischem Park und Forschungseinrichtung. Die Öffnungszeiten liegen von März bis Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, von November bis Februar von 10 bis 16 Uhr; montags bleibt das Museum geschlossen, letzter Einlass jeweils 30 Minuten vor Schluss. Für Motorradfahrer liegt die Saalburg verkehrsgünstig oberhalb von Bad Homburg an der Limes-Route — ein lohnender Stopp, der sich gut mit einer Hochtaunus-Runde verbinden lässt.

Wer mittelalterliche Geschichte mag, findet im Taunus gleich mehrere Burgen. Die Burg Eppstein steht auf einem steilen Felsrücken über dem Tal des Schwarzbachs, eines Main-Zuflusses. Sie war Stammsitz der mächtigen Herren von Eppstein und über Jahrhunderte ein zentraler Macht- und Verwaltungspunkt im Rhein-Main-Gebiet. Bauuntersuchungen bestätigen eine Gründung im 10. Jahrhundert, erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1122. Im ehemaligen Mainzer Palas ist heute das Stadt- und Burgmuseum untergebracht, das die rund tausendjährige Geschichte der Anlage zeigt. Die Burg dient zugleich als Aussichtspunkt über die Stadt Eppstein.

In Kronberg lohnt die Burg Kronberg: Der älteste Teil mit dem Bergfried stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Nach dem Aussterben der Familie von Kronberg 1704 fiel die Burg an Kurmainz; 1892 schenkte Kaiser Wilhelm II. sie seiner Mutter, der Kaiserin Friedrich, die im nahen Schloss Friedrichshof in Kronberg lebte. Vom Burggarten aus liegt die Stadt unter einem, dahinter die Mainebene.

In Bad Homburg dominiert das Landgrafenschloss mit seinem Weißen Turm, dem runden Bergfried der einstigen Burg. Anfang des 16. Jahrhunderts kam die Anlage in den Besitz der Landgrafen von Hessen, die das heute erhaltene Schloss im 17. Jahrhundert errichteten. Zum Stadtbild gehört der weitläufige Kurpark mit dem monumentalen Kaiser-Wilhelms-Bad — ein angenehmer Ort für eine Pause, gut erreichbar und mit ausreichend Stellplätzen in der Umgebung.

Etwas abseits der Höhenstraßen, aber als Ausflugsziel sehr lohnend, liegt der Hessenpark bei Neu-Anspach. Das Freilichtmuseum versammelt über hundert historische Gebäude aus ganz Hessen, im Zentrum ein wiederaufgebauter historischer Marktplatz mit eindrucksvoller Sammlung von Fachwerkhäusern. Für Motorradfahrer passt der Hessenpark gut in eine Tour durch das Usinger Land, und Parkfläche gibt es dort reichlich. In den Ortskernen von Bad Homburg, Kronberg, Königstein und Eppstein ist der Parkraum dagegen knapp; die ausgewiesenen Parkplätze und Parkhäuser am Ortsrand sind die bequemere Wahl, von ihnen aus liegen Burgen und Museen wenige Gehminuten entfernt.

Altkönig, Eschbacher Klippen und die Pausenplätze am Feldberg

Ein großer Teil des Gebirges ist als Naturpark Taunus ausgewiesen. Der Hochtaunus rund um den Feldberg ist dicht bewaldet, von Wanderwegen durchzogen und über weite Strecken naturnah — was für Motorradfahrer vor allem bedeutet: schöne, schattige Waldstrecken, aber auch lange Passagen, auf denen man bei Nässe und Laub vorsichtig sein muss. Die Feldberg-Hochfläche selbst ist die markanteste Landmarke der Region und von fast jeder Höhenstraße aus zu sehen.

Wer dem Trubel des Feldbergs entgehen will, findet auf dem benachbarten Altkönig Ruhe. Mit rund 798 Metern ist er der dritthöchste Berg des Taunus, sein Gipfel liegt im Stadtgebiet von Kronberg nahe Falkenstein. Auf dem Altkönig siedelten in der La-Tène-Zeit, um etwa 400 v. Chr., Kelten; der Ringwall Altkönig gilt als eindrucksvollste vorgeschichtliche Befestigung des Taunus und nimmt eine Fläche von rund 26 Hektar ein. Kurz vor dem Gipfel quert der Steig die keltischen Wälle; oben öffnet sich eine plateauartige Kuppe mit weiter Aussicht, unter anderem auf die Sendeanlagen des gegenüberliegenden Feldbergs. Bänke und Tische stehen für die Rast bereit. Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, deutlich weniger besucht als der Feldberg und entsprechend ruhiger — allerdings nur zu Fuß erreichbar, etwa über die Wege vom Fuchstanz aus.

Ein weiteres lohnendes Naturziel sind die Eschbacher Klippen nördlich von Usingen-Eschbach im Usinger Land. Die bis zu zwölf Meter hohen Quarzitfelsen gehören zu den bekanntesten Naturdenkmälern der Region und sind der sichtbare Teil eines rund sechs Kilometer langen Quarzgangs. Klettern ist hier erlaubt; die Klippen eignen sich für Einsteiger und zum Bouldern, aber auch Wanderer und Picknicker kommen auf ihre Kosten. Für Motorradfahrer sind die Klippen ein dankbarer Abstecher, weil sich die Anfahrt über das kurvige Usinger Land mit einem kurzen Spaziergang zu den Felsen verbinden lässt.

Als Pausenplätze bieten sich die klassischen Biker-Punkte an. Der Fuchstanz zwischen Feldberg und Altkönig gilt als der Biker-Treffpunkt im Taunus und ist auf dem Weg von und zum Feldberg fast immer gut besucht. Auf dem Feldberg-Plateau selbst sorgen Kiosk und Gasthaus für Einkehr, der Sandplacken auf rund 669 Metern ist der wichtigste Pass des Hochtaunus und ein bewährter Sammelpunkt. Ruhiger wird es an den kleineren Aussichtspunkten abseits der Hauptachsen; der Blick über das Rhein-Main-Gebiet ist dort derselbe, der Andrang deutlich geringer.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Großer Feldberg

Mit 879 Metern der höchste Berg des Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges. Klassischer Treffpunkt der Rhein-Main-Biker, mit rundum verglastem Aussichtsturm über dem Gipfelplateau.

Anfahrt
Feldbergstraße aufs Plateau, herauf über den Pass Rotes Kreuz oder über die B455 ab Oberursel-Hohemark.
Motorrad-Parken
Großer Parkplatz direkt am Gipfelplateau; an sonnigen Wochenenden früh voll, dann zeitig anreisen.
Öffnungszeiten
Gipfelplateau frei zugänglich; Aussichtsturm saisonal geöffnet.
Höhe/Aussicht
879 m ü. NHN; Aussichtsturm rund 40 m hoch, Blick über die Mainebene, den Hohen Taunus und das Usinger Land.

Römerkastell Saalburg

Vollständig wiederaufgebaute Römerfestung am Limes und seit 2005 UNESCO-Welterbe. Rekonstruiertes Kastell mit Museum, Wällen und Toranlagen, um 1900 unter Kaiser Wilhelm II. über dem Original von rund 90 n. Chr. errichtet.

Anfahrt
Direkt an der B456 zwischen Bad Homburg und Wehrheim, auf dem Taunushauptkamm.
Motorrad-Parken
Kostenfreier Besucherparkplatz am Kastell; an schönen Tagen schnell voll.
Öffnungszeiten
März bis Oktober Di–So 10–18 Uhr, November bis Februar Di–So 10–16 Uhr; montags sowie am 24. und 31. Dezember geschlossen.
Höhe/Aussicht
rund 418 m ü. NHN auf dem Hauptkamm.

Burgruine Königstein

Eine der größten Burg- und Festungsruinen Deutschlands, hoch über der Altstadt von Königstein. Weitläufige Wehranlage vom 12. Jahrhundert bis 1670, mit begehbarem Bergfried und weitem Blick über die Rhein-Main-Ebene.

Anfahrt
In Königstein im Taunus, erreichbar über die B8 und B455 am Südfuß des Feldbergs.
Motorrad-Parken
Parkplätze am Altstadtrand von Königstein, kurzer Aufstieg zu Fuß zur Burg.
Öffnungszeiten
April bis Oktober täglich, November bis März nur samstags und sonntags geöffnet.
Höhe/Aussicht
Bergfried aus dem 14. Jahrhundert, rund 34 m hoch, mit Rundblick über Taunuskamm und Rhein-Main-Ebene.

Altstadt Idstein mit Hexenturm

Fachwerkstadt mit über 200 erhaltenen Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, darunter das reich geschnitzte Killingerhaus von 1615. Der Hexenturm ist der älteste Bau der Stadt.

Anfahrt
Idstein in der Idsteiner Senke, über die B8 quer durch den Taunus oder ab der A3.
Motorrad-Parken
Parkplätze am Rand der Altstadt; der historische Kern ist Fußgängerbereich.
Öffnungszeiten
Altstadt frei zugänglich; Hexenturm saisonal begehbar.
Höhe/Aussicht
Hexenturm (Bergfried, 12. Jahrhundert) rund 42 m hoch, 165 Stufen hinauf zum Blick über Altstadt, Taunus und Goldenen Grund.

Hattsteinweiher

Waldsee nordwestlich von Usingen, idyllisch im Buchen- und Nadelwald gelegen. Ruhiger Foto- und Rasthalt im Usinger Land abseits der Kammstrecken, mit Uferwiese und Seeterrasse.

Anfahrt
Bei Usingen über die B275/B456 ins Usinger Land, örtlich Richtung Hattsteinweiher ausgeschildert.
Motorrad-Parken
Parkplatz direkt am See; an heißen Sommerwochenenden stark frequentiert.
Öffnungszeiten
Frei zugänglich (Badebetrieb Mai bis September).

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