Hochtaunus oder Hintertaunus: wo Sie Ihr Quartier aufschlagen

Der Taunus zerfällt für die Quartierwahl in zwei Hälften. Der Hochtaunus um den Großen Feldberg trägt die Höhe: bewaldete Kuppen, kurvige Anstiege und Orte wie Königstein, Kronberg und Oberursel, die sich an die Südflanke lehnen. Wer hier bucht, hat die markanten Auffahrten und das dichteste Straßennetz direkt vor der Tür, zahlt aber Rhein-Main-Preise, weil hier das gesamte Frankfurter Umland um dieselben Betten konkurriert. Der Hintertaunus nördlich und westlich des Kamms fällt sanfter zur Lahn hin ab. Orte wie Idstein mit seiner Fachwerk-Altstadt, Usingen oder Weilburg über der Lahnschleife sind ruhiger, meist günstiger und näher an den Ausflugszielen jenseits des Gebirges. Als Faustregel: Wollen Sie den Feldberg und die klassischen Taunus-Rampen, nehmen Sie den Hochtaunus; suchen Sie ein preiswerteres, entspanntes Basislager mit Blick Richtung Lahn und Rheingau, liegt der Hintertaunus besser.
Was den Taunus als Übernachtungsregion besonders macht

Zwei Dinge prägen jedes Quartier hier. Erstens die Nähe zum Ballungsraum: Frankfurt, Wiesbaden und die Autobahnen A3 und A5 liegen dicht daneben, das macht die Anreise bequem und die Hotelauswahl groß. Der Preis dafür ist der Wochenend-Andrang — an sonnigen Sonntagen zieht halb Rhein-Main zum Feldberg, die Zufahrten und Parkplätze rund um den Gipfel füllen sich mit Ausflugsverkehr, Autos wie Motorrädern. Wer das meiden will, fährt früh los oder bleibt unter der Woche. Zweitens die Kur- und Geschichtsschiene: Bad Homburg, Bad Camberg und Schlangenbad sind alte Kurorte mit solider Hotellerie, und quer durch das Gebirge zieht der römische Limes, ein Stück UNESCO-Welterbe, mit der wiederaufgebauten Saalburg bei Bad Homburg. Beides sorgt für Übernachtungsbetriebe, die auf Gäste eingestellt sind, aber selten speziell auf Motorräder. Fragen Sie bei der Buchung gezielt nach einem abschließbaren Stellplatz; im dicht besiedelten Vortaunus ist ein einsehbarer, ruhiger Hof keine Selbstverständlichkeit.
Ein Standort reicht: der Taunus als kompaktes Basislager
Der Taunus ist klein genug, dass ein einziges Quartier für die ganze Umgebung trägt. Vom Kamm sind es nur wenige Kilometer bis zu drei sehr unterschiedlichen Zielen, und alle lassen sich als Tagestour vom selben Bett aus fahren. Nach Süden öffnet sich der Rheingau mit den Weinorten über dem Rhein und Wiesbaden am Rand; nach Westen und Norden begleitet die Lahn das Gebirge mit engen Tälern bei Weilburg, Runkel und Limburg. Dazwischen liegen die eigentlichen Taunus-Höhen. Ein Betrieb im Übergang zwischen Hoch- und Hintertaunus — etwa um Idstein, Bad Camberg oder Weilburg — hält alle drei Richtungen in Reichweite, ohne dass Sie den Standort wechseln müssen. Das spart das tägliche Um- und Auspacken und macht auch ein langes Wochenende sinnvoll: ein Tag Feldberg-Runde, ein Tag Lahntal, ein Tag Rheingau, jeden Abend zurück ins selbe Haus. Für ein Mittelgebirge dieser Lage ist das die effizienteste Aufteilung — kurze Wege, ein fester Ausgangspunkt, drei Landschaften.

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